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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

„Jugendsozialarbeit an Schulen - Respekt Coaches“ des Jugendmigrationsdienstes beim Caritas-Sozialwerk

CLOPPENBURG (CSW). Unterschiedliche Meinungen akzeptieren, Position beziehen, argumentieren - das neue Projekt "Jugendsozialarbeit an Schulen - Respekt Coaches" des Caritas-Sozialwerkes (CSW) im Landkreis Cloppenburg unterstützt junge Menschen dabei, sich besser gegen religiös begründete Radikalisierung zu wehren.

Finanziert wird das Projekt, das zunächst bis zum 31. Dezember 2019 angelegt ist, vom Bundesjugendministerium. Dieses wählte - in Abstimmung mit dem Land Niedersachsen - den Jugendmigrationsdienst (JMD) des CSW als Standort.

"Der Alltag junger Menschen spielt sich maßgeblich in der Schule ab, deshalb ist die Schule der zentrale Ort, an dem wirksame Präventionsarbeit ansetzt", sagte Heribert Mählmann, Vorstandsvorsitzender des CSW, bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung am 13. August 2018 in Cloppenburg. Mählmann freute sich, dass sich alle wichtigen Akteure zu dieser Kooperation bereiterklärt haben. In Niedersachsen kommt es erstmalig es zu einer solchen Vereinbarung im Rahmen des Projektes.

Extremismusprävention

Sitzend von links:
Walter Sieveke, Heribert Mählmann, Ludger Frische, Dr. Andreas Berndt
Stehend von links:
Harald Nienaber, Johannes Bockhorst, Marlene Altevers, Klaus Karnbrock, Valeria Haupt, Holger Bruns

 

Das niedersächsische Kultusministerium hat die drei Schulen BBS Technik, Oberschule Pingel Anton und Johann-Comenius-Oberschule in Cloppenburg für das Projekt vorgeschlagen. Sie wollen nun aktiv mitwirken und haben die gemeinsam abgestimmten Kooperationsvereinbarungen als Grundlage für die Zusammenarbeit unterzeichnet.

Alle drei Schulen sind sich einig darin, dass Extremismus Neuland für sie ist, sie jedoch Schülerinnen und Schüler frühzeitig stärken wollen. Johannes Bockhorst, OBS Pingel Anton, betont: "Wir haben Gott sei dank an unseren Schulen noch keine Vorfälle gehabt." Damit dieses auch so bleibe, "müssen wir bei der Persönlichkeitsstärkung beginnen, sodass sich junge Erwachsene gegen radikale Propaganda wehren können", ergänzte Marlene Altevers, Schulleiterin der Johann-Comenius-Oberschule Cloppenburg.

Zentrale Partner in diesem Projekt sind zudem der Landkreis Cloppenburg als Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta sowie der Staatsschutz. Sie werden gemeinsam im Rahmen der Präventionsarbeit mitwirken.

Die geplanten Präventionsmaßnahmen, die sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 27 Jahren richten, haben zum Ziel, junge Menschen zu ermutigen und zu stärken, um Vorurteile und das Abgleiten in Formen von Extremismus zu vermeiden.

Beeindruckt und entschlossen erklärte Ludger Frische, Erster Kreisrat im Landkreis Cloppenburg, die Bereitschaft des Landkreises, sich in das neue Präventionsprojekt einbringen zu wollen. "Hierbei wird eine neue Säule im Bereich Prävention geschaffen", sagte er. Walter Sieveke, Polizeidirektor von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, erläuterte: "Nachhaltige Prävention kann nur dann funktionieren, wenn eine umfassende Präventionsstrategie zum Einsatz kommt, die zusammen mit den Verantwortlichen aller Ebenen entwickelt und umgesetzt wird."

In diesem Jahr finden die Angebote zunächst in den drei Schulen statt, die vom Kultusministerium Niedersachsen vorgeschlagen wurden. "Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kooperationspartnern eine ganzheitliche Präventionsstrategie zu entwickeln und diese im Landkreis Cloppenburg weiter auszubauen", sagte Valeria Haupt, Projektmitarbeiterin des CSW.

"Durch die langjährige Kooperation mit dem CSW und weiteren Partnern gelingt es uns, über kurze Informationswege bestmögliche Resultate zu erreichen", meinte Dr. Andreas Berndt, stellvertretender Schulleiter der BBS Technik in Cloppenburg.

Im Anschluss an die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung werden nun für 2018 und 2019 mit allen beteiligten Akteuren gemeinsame Module im Bereich Demokratieförderung und Persönlichkeitsstärkung geplant und umgesetzt. "Die erprobten Module sollen später möglichst kreisweit eingesetzt werden und - sofern möglich - auch in den normalen Unterrichtsplan einmünden", formuliert Klaus Karnbrock vom CSW die weitergehende Zielsetzung des Projektes.

 

 

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