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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Jugendmigrationsdienst feiert Jubiläum

Am 01.010.1988 startete der Jugendmigrationsdienst (JMD) des Caritas-Sozialwerkes (CSW) in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta. War es zunächst ein Mitarbeiter für beide Landkreise wurde angesichts der hohen Zuwanderungszahlen an Aussiedlern direkt in den Folgejahren personell erweitert und jeder Landkreis hat seine eigenständige Beratungsstelle erhalten. Zudem wurde die JMD-Außenstelle im Oktober 1995 eingerichtet. Aktuell sind 6 Mitarbeiterinnen im JMD tätig.

Über 100 lokale Partner der Integrationsarbeit in den vergangenen drei Jahrzehnten konnte Heribert Mählmann, Vorstandsvorsitzender des CSW im Forum der Kath. Akademie in Stapelfeld begrüßen. "Ein herzliches Dankeschön gebührt insbesondere den ehemaligen und aktuellen Mitarbeiterinnen des JMD für die geleistete Integrationsarbeit für die zugewanderten jungen Menschen in unserer Region" unterstreicht Mählmann das Engagement der Mitarbeiter. Der Erfolg ist allerdings mit ein Resultat der guten Kooperation aller Akteure in Südoldenburg, bindet er die Partner in den dank mit hinein.

Zuwanderung und die Anforderungen an die Migranten selbst, aber auch an die Gesellschaft wandeln sich immer wieder. Standen früher vor allem Aussiedler im Fokus der Integrationsbemühungen, kamen später und dann auch aktuell ab 2015 vermehrt Flüchtlinge zu uns. Zwar sind die Zahlen rückläufig, aber die Integration braucht langen Atem. Mählmann verweist auch auf eine weitere Migrantengruppe, deren Integration nun und auch in Zukunft mit eine wesentliche Aufgabe im Gemeinwesen sein wird: Arbeitsmigranten.

Die Verlässlichkeit und die Innovationskraft des JMD angesichts der sich wandelnden Bedarfe hob Neidhard Varnhorn, Kreisrat des Landkreises Cloppenburg, in seinem Grußwort hervor. Er verweist u.a., darauf, dass der JMD Gründungsmitglied des kreisweiten Netzwerkes der Integration (NWI) ist und der JMD "nicht mehr wegzudenken ist aus dem Landkreis Cloppenburg".

JMD Jubiläumv.l.n.r: Klaus Karnbrock, Neidhard Varnhorn, Silvia Breher, Christoph Eilers, Heribert Mählmann

Die wichtige Funktion des JMD als Initiator von Sprachförderungen der jungen Zuwanderer unterstreicht Christoph Eilers, Mitglieder Nds. Landtages und migrationspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Nachhilfegruppen, Tagesinternate und sogar ein spezielles Förderschulinternat im Landkreis Vechta hat der JMD von 1989 bis 1996 aufgebaut. Er lobt das Engagement des JMD in diesem Bereich. Sprache ist und bleibt Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in Schule, Ausbildung und ins Gemeinwesen.

Silvia Breher, Mitglied des Bundestages, weist auf die erforderliche Kontinuität in der Integrationsarbeit hin und gratuliert dem JMD zum 30-jährigen Jubiläum. "Die Aufgabe des JMD ist aktueller denn je, erfolgreiche Integration erfordert nicht nur die Mitwirkung und Integrationsbereitschaft der Neuankömmlinge, sondern es bedarf vor allem ortskundiger Menschen, die bereit sind, sich füreinander einzusetzen, ihre Erfahrung weiterzugeben, ihre Netzwerke zu öffnen sowie Strukturen zu schaffen.

Die Wichtigkeit der JMDs insgesamt auf Bundesebene stellte Jose Torrejón, Referent bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der kath. Jugendsozialarbeit aus Berlin in seinem Beitrag "Integration funktioniert" dar. Über den Bund wird ein bundesweites Netzwerk an Beratungsstellen für zugewanderte junge Menschen vorgehalten, das neben der konkreten Hilfe vor allem auch die Netzwerke vor Ort unterstützen. Er belegt die Bedeutung anhand von Daten: 37005 MigrantInnen wurden. Damit Integration funktioniert sind aber nicht nur seitens des Bundes die Rahmenbedingungen vorzuhalten; er sieht die Länder mit Blick auf die schulische Integration in der Pflicht; es sind zu wenig Lehrer, aber auch nicht ausreichend spezielle Sprachförderungsmöglichkeiten vorhanden; "Da müssen die Länder mehr machen, damit die Basis gelegt wird." So Torrejón. Die Netzwerkarbeit in Südoldenburg sieht es als vorbildlich an; die Landkreise haben ihre Koordinierungsaufgabe angenommen und in den letzten Jahren in die Grundstruktur, wie z.B. durch die Stabstellen Migration optimiert.

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