Reinhard Schwarze
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Kinder- Jugend- und Familienhilfe
Die Kinder- Jugend- und Familienhilfe des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth im Landkreis Vechta ist eine dezentral organisierte Einrichtung, in der differenzierte sozial- und heilpädagogische sowie therapeutische Hilfen in Verbindung mit schulischer und beruflicher Förderung vernetzt in verschiedenen Gemeinden und Städten im Landkreis Vechta angeboten werden.
Das Angebot im Bereich der Hilfen zur Erziehung wird ergänzt durch eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale
Entwicklung.
Alle Angebote sind als Verbundsysteme strukturiert, so dass stationäre, teilstationäre und ambulante Maßnahmen untereinander zugänglich und verbindbar gestaltet werden können und bei Bedarf durch berufliche Förderangebote ergänzt werden können.
Selbstverständnis
Unser Leben und Arbeiten mit den von uns betreuten Kindern, Jugendlichen und deren Familien wird getragen von einer christlichen Grundeinstellung. Hiervon leiten wir eine positive, wertschätzende und akzeptierende Einstellung zum Menschen in seiner Ganzheit ab.
Diese Einstellung ist handlungsleitend für die Gestaltung des pädagogischen Alltags und die Entwicklung der Beziehungen zwischen
den von uns betreuten Kindern, Jugendlichen und deren Familien einerseits und unseren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen andererseits.
Sie findet ihren Ausgangspunkt in dem Satz von Schwester Julie Billiart, Ordensgründerin der Schwestern Unserer Lieben Frau:
„Wenn Du es schaffst, die Kinder auf den Weg des Heils zu bringen, hast Du mehr gewonnen als das ganze Weltall.“
Unter systemischem Blickwinkel betrachtet und die Verantwortung für Veränderungen bei den Familien belassend, würden wir heute
sagen:
„Wenn wir es schaffen, die pädagogische Arbeit so zu gestalten, dass die Kinder, Jugendlichen und deren Familien wieder aus eigener Kraft ihren Weg gehen können, haben wir etwas Wunderbares erreicht.“
In einer Auseinandersetzung unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihren persönlichen Motiven für diese Arbeit wurde deutlich, dass sie aus einem Gefühl der sozialen Verantwortung, aber auch aus Spaß und aus Freude an der Arbeit mit Menschen ihren Beruf ergriffen haben:
Die persönliche Herausforderung besteht darin, Bedingungen zu schaffen, die den Kindern, Jugendlichen und deren Familien gelingende Beziehungen, Erfolgserlebnisse und Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen. In vielen Fällen geht es darum, den zahlreichen hinderlichen Bedingungen, familiärer oder gesellschaftlicher Natur, ein „...und trotzdem!“ entgegenzusetzen.
Fachliche Grundlagen
Wir möchten den Kindern und Jugendlichen eine ethische Orientierung vermitteln, aus der sie eigenständig und eigenverantwortlich
ableiten können, was angemessen und was nicht angemessen ist. Es geht darum, die jungen Menschen zu einer persönlichen Verantwortung
für ihr eigenes Handeln zu erziehen. Dies geschieht in sozialer Gebundenheit, das heißt:
Dass ich alle Rechte, die ich mir zuspreche, dem anderen auch zusprechen muss, dass ich für mich nicht anderes fordere, als
ich dem anderen zuzubilligen bereit bin und dass ich dem anderen zugestehen muss, was ich mir selbst zugestehe.
Wir orientieren uns an den Grundlagen systemischer Erziehung:
Alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Teams erhalten eine systemische und familientherapeutisch orientierte Beratung
und Anleitung oder bilden sich selbst in diesem Bereich weiter.
Im Betreuungsalltag streben wir die Entwicklung vertrauensvoller und tragfähiger Beziehungen zu den Kindern, Jugendlichen
und ihren Eltern im Rahmen einer klaren und strukturierten Alltagsgestaltung an. In der Umsetzung des Hilfeplanprozesses gestalten
wir den Erziehungsprozess individuell und orientieren uns dabei an folgenden Schlüsselprozessen im Rahmen des pädagogischen
Regelkreises.
Dieser wurde in Anlehnung an den „Demingschen Regelkreis zur Ständigen Verbesserung“ formuliert.Der Regelkreis dient als Grundlage der einschlägigen Qualitätsmanagementmodelle der ISO 9001:20001, als auch des EFQM (European Foundation For Quality Management).
Am Beginn des Prozesses steht nach dem Aufnahmeverfahren mit Kennenlerngespräch, gegebenenfalls einem Probewohnen die Aufnahme
der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung. In der anschließenden Situationsanalyse wird für jedes Kind oder jeden Jugendlichen
der individuelle Bedarf festgestellt und die entsprechende Zielformulierung erstellt.
Aus dieser Zielformulierung wird der Erziehungsplan für dieses Kind entwickelt und die Methoden benannt, welche zur Umsetzung
eingesetzt werden sollen.
Der gesamte Prozess wird intern dokumentiert und überprüft, um im folgenden die Situation wieder zu analysieren und neue Ziele
zu formulieren bzw. bei Nichterreichung der Ziele andere Wege zur Zielerreichung zu finden.
Der Prozess der Erziehungsplanung orientiert sich an den im Hilfeplan formulierten Zielen und überträgt diese auf den Alltag
in Form handhabbarer Teilziele und konkreter Massnahmen.
Selbstverständlich wird nicht nur immer ein Ziel für ein bestimmtes Kind isoliert verfolgt, sondern das Kind wird in seinen
sozialen Bezügen und seinem Umfeld systemisch gesehen. Häufig wird versucht, aus der Vielzahl der komplexen und massiven Problemstellungen
die wichtigsten herauszufinden und diese als erstes zu bearbeiten.
